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Vollständiger Leitfaden zu CE-Zertifizierungsunterlagen für einflügelige Getränkeschränke

Wer eintürige Getränkekühlschränke in die EU exportiert, weiß, dass die CE-Kennzeichnung die Voraussetzung für den legalen Marktzugang in der EU ist. Viele Erstantragsteller sehen sich jedoch mit Verzögerungen im Zertifizierungsprozess oder sogar mit Auftragsverlusten konfrontiert, weil ihre Unterlagen unvollständig oder nicht konform sind. Tatsächlich lässt sich der Zertifizierungsprozess durch die richtige Vorgehensweise und die sorgfältige Vorbereitung der Unterlagen anhand der Checkliste reibungslos gestalten.

The importance of CE certification for beverage cabinets

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass einflügelige Getränkeschränke unter die Kategorie der Kühlgeräte fallen. Die CE-Zertifizierung setzt die Einhaltung dreier Kernrichtlinien voraus: der Niederspannungsrichtlinie (LVD), der Richtlinie zur elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) und der Energieeffizienzrichtlinie (ERP). Produkte, die Kältemittel verwenden, müssen zudem die Anforderungen der F-Gas-Verordnung erfüllen. Sämtliche Dokumentationen müssen die Einhaltung dieser Richtlinien gewährleisten – ohne Ausnahme.

I. Kerndokumentation: Fundamentale Dateien sind unerlässlich, keine darf weggelassen werden

Diese Dokumentation bildet die Grundlage für die CE-Zertifizierung. Unabhängig davon, ob eine Selbstdeklaration oder eine Zertifizierung durch eine Benannte Stelle gewählt wird, müssen alle Unterlagen vollständig eingereicht und auf Echtheit und Gültigkeit geprüft werden.

1. Unternehmensqualifikationen und Unternehmensinformationsdokumente

Diese Dokumente dienen in erster Linie dem Nachweis des rechtlichen Geschäftsstatus des Unternehmens und des Eigentums an den Produkten, um Streitigkeiten über geistiges Eigentum vorzubeugen. Sie umfassen insbesondere:

Eine Kopie der Gewerbeerlaubnis des Unternehmens (mit dem offiziellen Firmenstempel versehen), aus der hervorgeht, dass der Geschäftszweck die Herstellung oder den Verkauf von Kühlgeräten umfasst;

Markenregistrierungsurkunde (falls zutreffend), die die Eigentumsrechte an der Produktmarke klar definiert, um spätere Verletzungsrisiken zu vermeiden;

Angaben zum EU-Bevollmächtigten (obligatorisch für Unternehmen außerhalb der EU), einschließlich Name, Adresse, Kontaktdaten und Bevollmächtigungsvereinbarung des Bevollmächtigten. Dies dient den EU-Regulierungsbehörden als wichtiger Nachweis zur Nachverfolgung der Verantwortlichkeit;

Antragsformular für die CE-Zertifizierung, das die genaue Angabe von Kerndetails wie Produktname, Modell, Spezifikationen, anwendbaren Richtlinien und Normen erfordert.

2. Technische Dokumentation (TCF): Der Kern der Zertifizierung

Die technische Dokumentation dient als wichtigster Nachweis für die Konformität des Produkts mit den EU-Normen. Sie muss mindestens 10 Jahre lang aufbewahrt werden, da die EU-Aufsichtsbehörden jederzeit Stichproben durchführen können. Die technische Dokumentation für einflügelige Getränkeschränke muss Folgendes enthalten:

Detaillierte Produktbeschreibung: Enthält Produktname, Modell, Funktionen, Verwendungszweck, Betriebsumgebung (z. B. zulässige Temperatur- und Feuchtigkeitsbereiche) und unterscheidet gegebenenfalls Modellvarianten innerhalb der Produktserie;

Konstruktions- und Strukturzeichnungen: Umfassen mechanische Strukturdiagramme, elektrische Schaltpläne, Schaltschranklayouts, Kältemittelkreislaufdiagramme usw. Die Zeichnungen müssen europäische Standardsymbole verwenden und Maße, Teilenummern und Verbindungsbeziehungen klar kennzeichnen. Wenn Zeichnungen für mehrere Modelle verwendet werden, muss dies explizit angegeben werden;

Stückliste (BOM): Alle Produktkomponenten mit Namen, Modell, Spezifikation und Lieferanteninformationen auflisten. Insbesondere bei kritischen elektrischen Komponenten (z. B. Leistungsschalter, Schütze, Motoren, Kompressoren) und Kältekomponenten die entsprechenden Konformitätszertifikatsnummern angeben;

Risikobewertungsbericht: Identifizierung potenzieller Risiken bei der Produktentwicklung und -nutzung (z. B. Stromschlag, Brand, mechanisches Einklemmen, Kältemittelleckage) auf der Grundlage von EN ISO 12100, detaillierte Beschreibung der umgesetzten Risikokontrollmaßnahmen und der Überprüfungsergebnisse;

Dokumentation des Produktionsprozesses: Beinhaltet Beschreibungen des Produktionsablaufs, kritische Prozesskontrollpunkte und Qualitätskontrollstandards, um standardisierte Fertigungspraktiken nachzuweisen.

3. Produktprüfberichte: Unverbindlicher Nachweis der Konformität

Prüfberichte müssen von EU-anerkannten Laboren (z. B. TÜV, SGS) oder Benannten Stellen ausgestellt werden, wobei die Prüfpunkte den geltenden Richtlinien und harmonisierten Normen genau entsprechen müssen. Getränkeschränke mit einer Tür müssen die folgenden Kernprüfungen bestehen und entsprechende Berichte vorlegen:

LVD-Niederspannungs-Sicherheitsprüfbericht: Basierend auf EN 60335-1 (Allgemeine Sicherheit für Haushaltsgeräte) und EN 60335-2-24 (Spezifische Anforderungen an Kältegeräte). Die Prüfpunkte umfassen die Isolationsspannungsprüfung (1500 V/1 Minute ohne Durchschlag), die Leckstromprüfung (≤ 0,75 mA) und die Prüfung der Erdungsdurchgängigkeit zur Gewährleistung der elektrischen Sicherheit;

EMV-Prüfbericht (Elektromagnetische Verträglichkeit): Gemäß EN 55014-1 (Leitungsgebundene Störaussendungen) und EN 61000-3-2 (Oberschwingungsströme) müssen Grenzwerte wie z. B. eine Strahlung von ≤30 dBμV/m im Frequenzband von 30 MHz bis 1 GHz und Schwankungen der Kompressor-Start-/Stoppspannung von ≤10 % eingehalten werden, um elektromagnetische Störungen anderer Geräte zu vermeiden.

ERP-Energieeffizienz-Prüfbericht: Gemäß EN 62552 muss eine Energieeffizienzklasse von A+ oder höher erreicht werden. Neue Vorschriften von 2025 fordern einen Standby-Stromverbrauch von ≤1,0 W;

F-Gas-Konformitätsbescheinigung: Wenn das Produkt fluorierte Kältemittel verwendet, legen Sie einen Nachweis über den GWP-Wert des Kältemittels vor.

Konformitätszertifikate für Schlüsselkomponenten: Kopien der CE-Zertifizierungsdokumente für kritische Komponenten wie Kompressoren, Motoren und Leistungsschalter, die sicherstellen, dass diese Teile den EU-Normen entsprechen.

4. Konformitätserklärung (DoC): Die Verpflichtung des Unternehmens zur Einhaltung der Vorschriften

Die Konformitätserklärung ist ein vom Hersteller oder dem EU-Bevollmächtigten unterzeichnetes Rechtsdokument, das als abschließende Bestätigung dient, dass das Produkt die Anforderungen der EU-Richtlinie erfüllt. Sie muss folgende Kernelemente enthalten:

Name, Anschrift des Herstellers und Angaben zum EU-Bevollmächtigten (für Unternehmen außerhalb der EU);

Produktname, Modell und Seriennummer (falls zutreffend);

Liste der anwendbaren EU-Richtlinien (z. B. LVD, EMC, ERP) und der entsprechenden harmonisierten Normennummern;

Name, Position und Datum der Unterzeichnung des Unterzeichners, versehen mit dem offiziellen Siegel des Unternehmens.

II. Ergänzende Unterlagen: Flexible Vorbereitung je nach Produkteigenschaften

Über die Kernunterlagen hinaus können in bestimmten Sonderfällen zusätzliche Dokumente erforderlich sein, um Verzögerungen bei der Zertifizierung aufgrund fehlender Unterlagen zu vermeiden:

Produktbenutzerhandbuch: Muss mindestens eine EU-Amtssprache (z. B. Englisch, Deutsch, Französisch) enthalten und Installationsanleitungen, Bedienungsanweisungen, Wartungsmethoden und Sicherheitshinweise (z. B. „Kinder dürfen nicht klettern“, „Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden“) sowie Anweisungen zur Abfallentsorgung umfassen. Das Handbuch muss die Adresse des EU-Bevollmächtigten enthalten;

Produktetiketten und Verpackungsmuster: Die Etiketten müssen deutlich Produktname, Modell, Herstellerinformationen, CE-Kennzeichnung (Größe ≥ 5 mm, klar und haltbar), Energieeffizienzkennzeichnung usw. anzeigen. Die Verpackungszeichnungen müssen Sicherheitswarnsymbole und Versandhinweise enthalten;

Dokumentation des Qualitätsmanagementsystems: Dazu gehören beispielsweise die ISO 9001-Zertifizierung, interne Qualitätsauditberichte usw. Obligatorisch für Produkte mit hohem Risiko oder bei der Auswahl der Modul-D/E-Zertifizierung;

Erklärung zu Serienproduktvarianten: Bei der Zertifizierung mehrerer Modellvarianten müssen die Unterschiede in Struktur, Komponenten und Leistung detailliert aufgeführt werden, um eine Ungültigkeit der Zertifizierung aufgrund nicht berücksichtigter Variationen zu vermeiden.

III. Leitfaden zur Vermeidung von Fallstricken 2025: Fehler, die Sie niemals machen sollten

Viele Exporteure scheitern bei der Zertifizierung nicht aufgrund unvollständiger Unterlagen, sondern aufgrund nicht konformer Details. Basierend auf den neuesten Bestimmungen sind hier drei häufige Fehlerquellen aufgeführt:

Nicht konforme Dokumentensprache: Technische Dokumentationen oder Handbücher, die nicht in einer offiziellen EU-Sprache verfasst sind, oder ungenaue Übersetzungen. Dies ist der häufigste Ablehnungsgrund. Wir empfehlen, die Unterlagen von einem professionellen Übersetzungsbüro prüfen zu lassen;

Ungültige Prüfberichte: Berichte, die von nicht qualifizierten Laboren ausgestellt wurden, oder Prüfgegenstände, die nicht alle anwendbaren Richtlinien abdecken. Wir empfehlen, sich im Voraus zu vergewissern, ob das Labor über eine CNAS-Akkreditierung oder den Status einer EU-Benannten Stelle verfügt;

Nichteinhaltende Aufbewahrungsfristen für technische Unterlagen: Dokumente werden nicht für die vorgeschriebene Dauer von 10 Jahren aufbewahrt, oder es bestehen Abweichungen zwischen den dokumentierten Inhalten und den tatsächlichen Produktspezifikationen. EU-Regulierungsbehörden können solche Mängel bei Stichproben aufdecken, was unter Umständen zu Produktrückrufen und Bußgeldern führen kann.

IV. Häufig gestellte Fragen: Antworten auf Ihre Anliegen

Frage 1: Können eintürige Getränkeschränke eine CE-Zertifizierung durch Selbstdeklaration erhalten?

A: Ja. Getränkekühlschränke mit einer Tür zählen zu den Haushaltsgeräten mit geringem Risiko und können das Selbstdeklarationsmodell (Modul A) nutzen. Die Beteiligung einer Benannten Stelle ist nicht erforderlich; Unternehmen können Prüfungen durchführen und Deklarationen eigenständig ausstellen. Bei komplexen Produktdesigns oder spezifischen Kundenanforderungen kann jedoch eine Zertifizierung durch eine Benannte Stelle die Glaubwürdigkeit erhöhen.

Frage 2: Wie lange ist die CE-Zertifizierung gültig?

A: Es gibt keine feste Gültigkeitsdauer. Ändern sich jedoch Produktdesign oder Fertigungsprozesse oder werden relevante EU-Richtlinien oder -Normen aktualisiert, muss die Konformität erneut geprüft werden. Zertifizierungsdokumente und -erklärungen sind entsprechend anzupassen.

Frage 3: Wie lange dauert der Zertifizierungsprozess, nachdem die Unterlagen vorbereitet wurden?

A: Unter optimalen Bedingungen dauert das Selbstdeklarationsmodell etwa 12 Wochen. Wird eine Benannte Stelle für die Prüfung und Überprüfung hinzugezogen, beträgt der Zyklus je nach Produktkomplexität und Laborauslastung etwa 36 Wochen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die wichtigsten Kriterien für die CE-Zertifizierung von einflügeligen Getränkekühlschränken „Vollständigkeit, Genauigkeit und Konformität“ sind. Durch die Berücksichtigung der drei zentralen Richtlinien – Niederspannungsrichtlinie (LVD), EMV-Richtlinie und ERP-Richtlinie – und die Zusammenstellung aller erforderlichen Dokumente wie technische Unterlagen, Prüfberichte und Konformitätserklärungen gemäß der Checkliste, verbunden mit der Beachtung aller Details, um Fallstricke zu vermeiden, kann die Zertifizierung erfolgreich abgeschlossen werden. Sollten Sie noch Fragen zu den spezifischen Anforderungen an die Materialvorbereitung haben, empfiehlt es sich, vorab eine professionelle Zertifizierungsstelle zu konsultieren, um Zeit- und Ressourcenverschwendung aufgrund mangelnder Vorbereitung zu vermeiden.


Veröffentlichungsdatum: 04.01.2026 Aufrufe: